Leserbrief zu FOCUS-Interview mit Joachim Bublath (ZDF)

FOCUS
Redaktion Leserbriefe
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81925 München

Schöneck, 16.10.2007

Leserbrief zu Interview mit Joachim Bublath unter dem Titel „Der Sieg des Irrationalen“ in FOCUS 42/2007, Seite 134

Sehr geehrte Redaktion,

das Thema Naturmedizin und „alternative“ Methoden zur Schulmedizin sollte man nicht missbrauchen, um die Zuschauer zu unterhalten oder mit scheinbaren Sensationen zu füttern. Es geht dabei nämlich um die Gesundheit von Menschen und das bedeutet Verantwortung.
Im Laufe der Geschichte gab es leider immer wieder Phasen, in denen durch bestimmte festgefahrene Gedankenmuster Innovation und Tradition zum Unwohl der Menschen gebremst bzw. missachtet wurden. Aber wie oft schon hatte altes Wissen länger Bestand als eine aktuelle, wissenschaftlich herausgefundene Wahrheit - gerade in der Medizin?
Der Mensch ist mehr als die Summe seiner Teile. Die Wissenschaft zerlegt derzeit den Menschen nur in Teile. Erfahren wir doch tagtäglich die Halbwertzeiten der wissenschaftlich begründeten Erkenntnisse von Heilbehandlungen, die erschreckend sind und nicht selten Tausenden von Patienten schaden, siehe nur Hormontherapie, Vioxx und und und.
Warum stellt sich Herr Bublath als wissenschaftsjournalistisches Aushängeschild eines öffentlich rechtlichen Senders hin und will partout besser Bescheid wissen als Millionen von Menschen, die ihre Erfahrung mit der Erfahrungsmedizin der Heilpraktiker und mit der Naturheilkunde gemacht haben? Diese wissen es aus eigener Erfahrung - besser!
Sicher sind Heilpraktiker keine Wunderheiler, sondern seriös arbeitende Therapeuten.
"Die Welt ist eine Scheibe" war einmal eine wissenschaftlich begründete Lehrmeinung. Erst kürzlich erhielt Caroline Kramer in der Schweiz den „Prix Courage“ verliehen, weil sie eine PR-Kampagne ihres Arbeitgebers, des Schweizer Bundesamtes für Gesundheit, gegen die Volksinitiative „Ja zur Komplementärmedizin“ öffentlich machte. Sie hat das allerdings mit dem Verlust ihres Arbeitsplatzes bezahlen müssen…
Warum sollen wir um Himmels Willen beim Thema Naturmedizin wieder auf die Scheibe zurück?

Mit freundlichem Gruß

gez. Monika Gerhardus
Präsidentin der Union Deutscher Heilpraktiker e.V. (UDH)

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