Naturmedizin – ja bitte!

Mai 2007

Die wachsende Mehrheit der Bundesbürger vertraut auf naturheilkundliche Medikamente und Therapien

„Immer mehr Menschen greifen zu Naturheilmitteln“, lautet kurz und prägnant das Fazit von Dr. Edgar Piel, Meinungsforscher beim Institut für Demoskopie in Allensbach am Bodensee. Diese Entwicklung hat ihre Geschichte: 1970 waren es erst 52 Prozent der Bevölkerung. Wie die neuesten Daten der Allensbacher Langzeitstudie „Markt- und Werbeträger-Analyse“ belegen, benutzen heute im Krankheitsfall oder bei Befindlichkeitsstörungen mehr als 70 Prozent der Bürger Arzneimittel aus dem Naturheilmittelbereich. Erheblich dazu beigetragen hat der Trend zur Selbstmedikation und die zunehmende Furcht vor Nebenwirkungen chemischer Arzneimittel. Ob zu Recht oder zu Unrecht, bei zwei Drittel der Bevölkerung hat sich mittlerweile die Auffassung durchgesetzt:, dass man nicht gleich wegen jeder Kleinigkeit zum Arzt zu gehen müsse. Nach Angaben von Dr. Piel sagten das vor 30 Jahren 44 Prozent, heute schon 66 Prozent der Befragten.

Besonders die Furcht vor Nebenwirkungen chemischer Arzneimittel macht den positiven Trend hin zur Naturmedizin deutlich. 38 Prozent der Bevölkerung schätzen die negativen Nebenwirkungen der modernen Pharmazie als „groß“ ein. Bei den Naturheilmitteln wird das Risiko dagegen nur von einem Prozent der Befragten als “groß" eingestuft. 82 Prozent der Verwender von Naturheilmitteln halten die Gefahr von Nebenwirkungen sogar nur für “gering”.

„Immer mehr Menschen suchen innovative, unbedenklichkeits- und wirksamkeitsgeprüfte Ergänzungen der Schulmedizin“, stellte auch Josef Beuth, Professor für Onkologie am Kölner Institut zur wissenschaftlichen Evaluation naturheilkundlicher Verfahren, fest. Im Auftrag des Giessener Unternehmens Pascoe Naturmedizin hatte sein Institut zum jüngsten Jahreswechsel 1056 Menschen über ihre Einstellung zur Naturheilmedizin befragt. Insbesondere um Nebenwirkungen und Risiken der Standardtherapien zu vermeiden und um vorbeugend die eigene Gesundheit aktiv zu fördern, hat sich ein starker Trend zur Naturmedizin etabliert, lautete sein Umfrageergebnis anlässlich der Vorstellung der PASCOE-Studie 2007. Und, "der Begriff Naturheilmedizin ist positiv besetzt", so Beuth.

Die erstmals im Jahr 2004 durchgeführte PASCOE-Studie zu Einstellungen, Assoziationen und Erfahrungen mit der Naturmedizin brachte schon damals eindeutige Ergebnisse: Rund 80% der Bevölkerung wollten Naturmedizin. 88 % der Bevölkerung glaubten sogar, dass die Naturmedizin Beschwerden lindert, und 82 % waren davon überzeugt, dass Naturmedizin die Heilung von Krankheiten bewirken kann. Mit der nun vorgelegten repräsentativen PASCOE-Studie 2007 sollte nach drei Jahren das Meinungsbild der Bevölkerung zur Naturmedizin erneut erhoben und durch weitere Aspekte vertiefend untersucht werden. Die aktuellen Ergebnisse belegen eindrucksvoll, dass die Naturmedizin für eine immer größere Zahl von Menschen mittlerweile unverzichtbar geworden ist: 81 Prozent der Befragten würden die Naturmedizin im Falle einer Erkrankung einem rein chemisch definierten Medikament vorziehen, 92 % versprechen sich sogar eine bessere Wirksamkeit und weniger Nebenwirkungen.

Die aktuelle Umfrage machte auch deutlich, dass sich rund jeder Dritte Bürger in Fragen der Naturmedizin als gut oder sehr gut informiert fühlen - vor allem Frauen mit hohem Bildungsgrad. Dennoch, es bleiben Lücken - immerhin ein Drittel fühlte sich kaum oder gar nicht informiert, ein weiteres Drittel der Befragten nur eingeschränkt. Dabei steht die Tendenz, mehr und mehr auf Naturheilmittel zurückzugreifen, im direkten Zusammenhang eines kulturellen Wandels unseres Alltag, in dessen Verlauf die "kleinen privaten Netze der Kommunikation“ immer mehr an Bedeutung gewonnen haben. Rund jeder zweite Befragte vertraut beim Thema Naturmedizin den Heilpraktikern – in etwa auf gleicher Linie mit dem Arzt und Apotheker. In vergleichbarer Größenordnung liegt selbst der Rat aus der Familie, dem Freundes- oder Bekanntenkreis. Wenig vertrauenswürdig erscheinen dagegen die Massenmedien der Bevölkerung: ihnen vertraut nur jeweils jeder zehnte Befragte.

Naturmedizin ist der großen Mehrheit der Bevölkerung vertraut. Neben der breit genutzten Homöopathie haben jeweils fast 40 % der Befragten häufig oder sogar sehr häufig auch auf phytotherapeutische Medikamente oder auf die Einnahme von Vitaminen, Mineralstoffen oder Spurenelementen zurückgegriffen. Naturheilmittel dienen dabei vornehmlich zur Vorbeugung und Stärkung des Immunsystems und bei Befindlichkeitsstörungen.

Für eine "gute und gesicherte Qualität" sind mehr als drei Viertel der Befragten bereit, zusätzliches Geld auszugeben. Bei naturmedizinischen Produkten asiatischer Herkunft sind deutsche Patienten allerdings misstrauisch und skeptisch, ob die importierte Naturheilmedizin aus dem fernen Osten auch deutschen Qualitätsanforderungen entspricht.

Die Ergebnisse beider Erhebungen untermauerten, dass Naturmedizin offensichtlich hohes Vertrauen genießt, weil sie die Menschen nicht nur in ihrer Ganzheit und mit größerer Nachhaltigkeit betrachtet, sondern bewusst auch auf das Prinzip der Eigenverantwortung setzt.