Brief an STIFTUNG WARENTEST

April 2008

Sehr geehrte Redaktion,

Stiftung Warentest hat unseren Berufsstand einmal mehr besucht und uns Heilpraktiker untersucht. Der Test in der Ausgabe 3/2008 bewies uns und den Lesern vor allem eines, unsere Glaubwürdigkeit beim Vorgehen und im Umgang mit den Patienten. Sie bestätigen mit Ihrem Test, warum ein großer Teil der Bevölkerung unsere Heilpraktiker-Praxen aufsucht.

Dennoch, erlauben Sie mir zwei Einwände gegen Aussagen in Ihrem Test:
Auf Seite 88 schreiben Sie: „Es gibt keine vorgeschriebene … Überprüfung durch das Gesundheitsamt nach bestandener Prüfung.“
Das stimmt leider nicht!
Auch nach der Zulassung zur Heilkunde untersteht der Heilpraktiker dem Gesundheitsamt. Es finden ständig in Deutschland Überprüfungen durch das Gesundheitsamt statt, sogenannte „Praxisbegehungen“, bei denen die Gesundheitsbehörde auf eine ordnungsgemäße Ausstattung und Umsetzung von Standards hinsichtlich der Hygiene und einer sorgfältigen Praxisführung laut Infektionsschutzgesetz, § 36, Abs. 2 achtet und ggfs. beanstandet.

Auf Seite 93 geben Sie den Tipp: „Informieren Sie sich in unserem Buch „die andere Medizin“. Im Anhang finden Sie eine Übersicht mit Bewertungen der alternativen Verfahren.“
Auch eine Wiederholung fehlerhafter Behauptungen macht diese nicht richtig!
Wir empfehlen Ihnen dazu die Lektüre des Buches von Christian Ullmann: Fakten über die „andere Medizin“. Dort wird auf Seite 31 im 1. Abschnitt ein Ihnen wohlbekannter Gegner der Heilpraktiker, Prof. Dr. Edzard Ernst, Leiter der Abteilung für Komplementärmedizin an der Universität Exeter, zitiert: “…Immer mehr Heilpraktiker, so scheint es mir, sind ordentlich ausgebildet und wissen, wo die Grenze ihrer Kunst liegen.“ Die oben geäußerte Erkenntnis gewann er, nachdem er persönliche Gespräche mit Heilpraktikern führte, die offensichtlich seine Wissenslücken dahingehend schließen halfen.

Die von Ihnen beschriebenen Beanstandungen wie z. B. nicht transparente Behandlungskosten, unterlassene Fragen zur aktuellen Medikamenteneinnahme und schulmedizinischen Behandlung, Versprechungen über Besserung der Beschwerden oder sogar Heilung sind klare Verstöße gegen unsere Berufsordnung. Sie stehen auch nicht im Einklang zu unseren Ausbildungszielen und Ethikrichtlinien. Dass das nicht mehr passiert, daran arbeiten wir jeden Tag im Rahmen unserer Arbeit als Berufsverband.

Zum Abschluss teile ich mit Freude Ihre Aussage auf Seite 88: „…ist der Beruf des Heilpraktikers überwiegend eine deutsche „Spezialität“.
Das ist wohl wahr und da sind wir Heilpraktiker auch stolz drauf!
- Der Beruf des Heilpraktikers ist ein freier Beruf und soll es auch in einem geeinten Europa bleiben.
- Der Heilpraktiker handelt eigenverantwortlich und regelt die notwendigen Belange zum Schutz der Menschen selbstständig. Er stellt damit eine große Ausnahme unter allen Berufen dar – den Journalisten im Übrigen nicht unähnlich.
- Millionen Menschen nehmen pro Jahr die Hilfe des Heilpraktikers dankbar an. Sie sparen dem Staat und damit der Gesellschaft viel Geld und fördern so das Bruttosozialprodukt. Zum Heilpraktiker geht nur der Bürger, den sich unser Gesundheitssystem eigentlich und dringend wünscht!
In diesem Sinne machen wir als Berufsverband weiter und versuchen unsere Mitglieder immer besser auszubilden und auf ihre Patienten einzustellen!
Sollten Sie zukünftig Fragen zum Beruf des Heilpraktikers haben, so lassen Sie es mich wissen.

Mit freundlichen Grüßen
Monika Gerhardus
Präsidentin der UNION DEUTSCHER HEILPRAKTIKER e.V. (UDH)