Liberale sagen Ja zum Beruf des Heilpraktikers

März 2008

Gesundheitspolitischer Sprecher der FDP unterstützt die Praxis der Naturheilkunde

„Der Beruf des Heilpraktikers ist ein freier Beruf, wie der eines Rechtsanwaltes, Architekten oder Arztes, den wir Liberalen allein schon von unserer Grundauffassung her voll unterstützen.“ Auf persönliche Einladung des nordrhein-westfälischen Bundestagsabgeordneten Daniel Bahr, der auch gleichzeitig Sprecher der FDP für Gesundheitspolitik und Mitglied im Ausschuss für Gesundheit des Bundestages ist, waren UDH-Präsidentin Monika Gerhardus und Vizepräsident Hartmut Lockenvitz in Berlin zu einem gegenseitigen Gedankenaustausch zusammengetroffen. Dabei standen folgende Fragen der Standesvertreter im Vordergrund:
• Wie steht es nach Ansicht der Liberalen um den Beruf des Heilpraktikers?
• Wie kann die Naturheilkunde politisch weiter unterstützt werden?
• Was kann politisch gegen den Verlust altbewährter und traditioneller Heilmittel und -methoden getan werden?
• Bleibt die Berufsgrundlage, das Heilpraktikergesetz, unangetastet?

Derzeit praktizieren rund 14.000 der etwa 20.000 in Deutschland lebenden Heilpraktiker aktiv. Nach Schätzung der Abrechnungsstelle soliprax e.K. in Hürth beläuft sich die Summe der Abrechnungen für Heilpraktikerbehandlungen pro Jahr auf rund eine Milliarde Euro. Dazu kommen noch die Verschreibungen für naturheilkundliche Medikamente, die etwa 800 Mio. Euro im Jahresschnitt erreichen. Immer mehr Menschen greifen zu Naturheilmitteln, konstatiert auch das Meinungsforscherungsinstitut für Demoskopie in Allensbach am Bodensee zur aktuellen Situation der Naturheilkunde in Deutschland.

Bahr begrüßte auch, dass die Heilpraktiker die freiwillige Selbstkontrolle auf sich nähmen und Selbstdisziplin übten, die über die Verbände bei den Mitgliedern für Qualität sorgten. Die Vielfalt und lange Reihe von Fortbildungsmaßnahmen fanden deshalb bei dem FDP-Gesundheitsexperten rege Anerkennung, da sie vorhandenes Wissen vertieften und den praktizierenden Heilpraktiker zum Wohle der Patienten qualifizierten. „Das dient unseren übergeordneten Gesundheitszielen – sowohl der Prävention als auch der Behandlung von chronischen Erkrankungen, wohl den Domänen des Heilpraktikerberufes“, so Bahr. Auch seiner persönlichen Wertschätzung der Naturheilkunde gegenüber gab er freimütig Ausdruck. Da verstehe er sich im Einklang mit der Mehrheit der Bevölkerung, die der Naturheilkunde und dem Beruf des Heilpraktikers innerhalb des deutschen Gesundheitswesens eine wichtige Rolle einräumen.

Wenn es in unserer Gesellschaft auch kaum noch jemand glauben mag, die Patienten des Heilpraktikers sind bereit, sich aktiv durch sinnvolle Gestaltung ihrer Lebensweise wie Ernährungsgewohnheiten und finanziell an ihrer Gesunderhaltung zu beteiligen. Das Prinzip der Eigenverantwortung ist in der Praxis der Heilpraktiker nicht weg zu denken. Deshalb setzt sich Bahr in besonderer Weise für die Freiheit der Berufsausübung bei allen Gesundheitsberufen ein – auch oder gerade bei den Heilpraktikern. Eine Änderung des Heilpraktikergesetzes sei seiner Meinung weder notwendig noch von der FDP gewünscht.

Monika Gerhardus, Vertreterin der UNION DEUTSCHER HEILPRAKTIKER e.V. (UDH) und ihrer bundesweit rund 6.000 Mitglieder teilte abschließend den standespolitischen Ansatz der Liberalen: „Zwischen schulmedizinischen und alternativen Heil- und Behandlungsmethoden muss ein qualitätsorientierter Wettbewerb gepflegt werden und auch in Zukunft die Chancengleichheit gewahrt bleiben.“

Pressekontakt:
Monika Gerhardus
Präsidentin der UNION DEUTSCHER HEILPRAKTIKER e.V. (UDH)