02/2010 Der Wortbegriff "Innenweltreisen" bleibt öffentlich

Februar 2010

Der Begriff „Innenweltreise“ bleibt öffentlich
Deutsches Patentamt widerruft Wortmarken-Zulassung


Mit Beschluss vom 15. Januar 2010 ist die Markenabteilung des Deutschen Patent- und Markenamtes einem Einspruch des Bundesverbandes der UNION DEUTSCHER HEILPRAKTIKER e.V. (UDH) gefolgt, den Begriff „Innenweltreisen“ nicht als Wortmarke zuzulassen bzw. zu schützen. Das hatte nämlich Bernd Joschko, der der so genannten Gruppe der „Synergisten“ angehört, im Januar 2008 versucht. Dabei nahm er für sich in Anspruch, den Begriff, der für eine menschliche Fähigkeit steht, mit einer Wortmarke zu belegen und alle Besitzrechte darauf zu erlangen. Das Deutsche Patentamt bestätigte seiner Zeit sogar den Begriff „Innenweltreisen“ als Wortmarke unter der Nummer 307 59 285.5/41. Die UDH prüfte deshalb bei zahlreichen Experten, wie sie diese Wortmarke inhaltlich einschätzten. Es ergab sich die einhellige Meinung, dass der Eintrag dieser Wortmarke gegen jeden gesunden Menschenverstand verstoße und dass dieses Wort, das aus den Wörtern „ innen“, „Welt“ und „Reisen“ zusammengesetzt ist, keine eigene Erfindung oder Wortschöpfung sein könne. Der UDH gelang es dadurch, ein Löschungsverfahren dieser Wortmarke durchzusetzen.
Für den Beruf des Heilpraktikers hätte eine Markenzulassung dieses Wortes eine unakzeptable Einschränkung seiner Berufsausübung bedeutet. Aber es gibt auch zahlreiche Ärzte, die mit Verfahren wie Autogenem Training, Hypnose, NLP, Kinesiologie, systemische Aufstellungen o.ä. therapeutisch arbeiten. Alle diese Techniken arbeiten mit den Bildern, die Menschen in ihrem Inneren selbst produzieren. Dies ist eine Fähigkeit des menschlichen Gehirns, die wir bewusst oder unbewusst in jeder Sekunde durchführen. Schon beim Lesen eines Buches, bei der Betrachtung eines Bildes, dem Hören von Musik oder bei jedem Gebet tauchen in uns Bilder auf. Bilder begleiten uns, Tag und Nacht. Ein Sportler visualisiert seinen Erfolg mit Bildern, ein Künstler imaginiert seine Kreation. Da es zum menschlichen Gehirn gehört, ist die Visualisierung auch fester Bestandteil vieler Therapien. Auch chiropraktische Techniken wie die „Osteopathie“ benutzt und nutzt die Imagination. Gerade in der psychotherapeutischen Praxis wie der Hypnotherapie, Tiefenentspannung, Autogenem Training, der Kinesiologie oder systemischen Beratung wird mit inneren Bildern gearbeitet.
Jegliche Imagination ist eine Reise in eine innere Welt, eine „Innenweltreise“. „Wir halten es angesichts der vielen Kollegen, die mit Innenbildern arbeiten für absolut wichtig, dass ein solcher Begriff Allgemeingut bleibt“, konstatiert Monika Gerhardus, Präsidentin der UNION DEUTSCHER HEILPRAKTIKER. „Stellen Sie sich vor - schon wieder eine „Innenweltreise“ - dass Patienten entsprechende Therapiemethoden in einer Broschüre oder auf der Homepage eines Therapeuten erläutert werden sollten. Dann dürfte das Wort „Innenweltreisen“ nicht mehr ohne Erlaubnis benutzt werden. Eine wahrhafte Geldquelle für den Besitzer der Wortmarke!“

Pressekontakt:
Monika Gerhardus
Präsidentin der UNION DEUTSCHER HEILPRAKTIKER e.V. (UDH)